Von Katja Pestereva, Market Compass. Veröffentlicht am 19. Oktober 2026.
Google beantwortet Suchanfragen jetzt selbst. Über den Ergebnissen steht eine KI-Antwort. Sie heißt AI Overviews.
Ihre Kunden lesen zuerst diese Antwort. Wer darin genannt wird, bekommt mehr Klicks. Die Zahlen dazu stehen unten.
Über 2,5 Milliarden Menschen nutzen AI Overviews jeden Monat. Den KI-Modus (AI Mode) nutzen über 1 Milliarde. Das sind Angaben von Google, Stand 19.05.2026.
Das verändert den ganzen Weg Ihres Kunden. So eine Veränderung ist selten. Davor gab es zwei: den Wechsel von der Zeitungsanzeige ins Internet und die sozialen Netzwerke. Wir erwarten das in jeder Branche, in der online recherchiert wird.
Das Kundenverhalten hat sich geändert. Marketer und Unternehmen müssen deshalb ihre Vermarktungswege und ihre Denkweise anpassen.
Früher und heute im Vergleich: So suchen Ihre Kunden mit AI Overviews
Thema | Früher | Heute |
|---|---|---|
Suche | Eine Anfrage, ein kurzer Blick. | Ein Dialog mit der KI. Die Recherche dauert 3-mal so lange (Angabe von Google, siehe unten). |
Suchbegriffe | Ein Suchbegriff pro Seite. | Eine Kette von Kundenfragen. |
Ansehen bei Google | Verlinkungen von anderen Webseiten. | Es zählen auch Ihre Marke und Ihr Auftritt auf vielen Kanälen, auch Video. |
Inhalte | Text rund um den Suchbegriff. | Erfahrung, Daten, Vergleiche und Antworten auf Wie- und Warum-Fragen. |
Zielgruppe | Ein Zusatz. | Die Grundlage. |
Kunden fragen in Ketten: Was das für Ihre Inhalte heißt
Kunden recherchieren 3-mal so lange
Früher stellte der Kunde eine Frage und überflog die Ergebnisse. Mit KI führt er ein Gespräch. Er recherchiert 3-mal so lange.
Statt eines Suchbegriffs: eine Kette von Fragen
Früher reichte ein Suchbegriff, zum Beispiel „rote Schuhe Damen“. Sie optimierten Ihre Webseite darauf. Je besser der Begriff zur Anfrage passte, desto besser das Ergebnis.
Mit KI stellt der Kunde Fragen nacheinander:
- „Ich gehe zum Ball.“
- „Welches Kleid soll ich anziehen?“
- „Welche Schuhe passen zu einem roten Kleid?“
- „Wo kaufe ich rote Schuhe in Dresden?“
Wissen Sie, welche Fragen Ihr Kunde zu Ihrem Produkt stellt? Beantworten Sie den ganzen Weg.
Warum Ihre Marke und YouTube-Videos jetzt wichtiger sind
Früher zählte, wie bekannt Ihre Marke ist und wo Sie überall zu finden sind. Je mehr Webseiten auf Ihre Seite verlinkten, desto mehr Autorität hatten Sie bei Suchmaschinen und Kunden.
Heute ist das noch wichtiger. Die KI schaut nicht nur auf Verlinkungen. Sie liest den ganzen Zusammenhang.
Nach unserer Erfahrung gehören YouTube-Videos dazu. Gemini, die KI von Google, liest auch den Text der Videos (das Transkript).
Inhalte brauchen Erfahrung, Daten und Vergleiche
Gefragt sind Inhalte, die zeigen: Hier schreibt jemand mit Erfahrung. Dafür steht die Abkürzung E-E-A-T. Sie bedeutet Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauen.
Dazu gehören Daten, Vergleiche und Antworten auf Wie- und Warum-Fragen.
Ihre Zielgruppe zu kennen ist jetzt die Grundlage
Früher war der Kunden-Steckbrief (Avatar) eine Zusatzaufgabe. Er beschreibt Ihren typischen Kunden genau. Heute ist er die Grundlage.
Wer seinen Kunden kennt, weiß, welche Fragen er stellt. Er weiß auch, was dem Kunden an der Lösung wichtig ist. Daraus ergeben sich Ihre Inhalte. So setzen Sie Budget und Zeit dort ein, wo sie Ergebnisse bringen.
Was eine Nennung in der KI-Antwort bringt: Zahlen von Seer Interactive
Seer Interactive hat 53 Marken ausgewertet, mit rund 5,47 Millionen Suchanfragen. Der Zeitraum: Januar 2025 bis Februar 2026 (Studie vom 24.04.2026).
Eine Marke, die in der KI-Antwort verlinkt wird, bekommt bei Informationssuchen rund 120 % mehr Klicks pro Anzeige in den Ergebnissen. Verglichen wird mit einer Marke ohne Verlinkung. Gegenüber Suchen ohne KI-Antwort liegt sie weiterhin rund 38 % darunter.
Was diese Zahlen nicht sagen:
- Ursache: Seer sagt nicht, dass die Verlinkung die Klicks auslöst. Bekannte Marken werden vielleicht häufiger verlinkt.
- Markt: Die Studie nennt kein Land.
- Deutschland: Uns liegt keine Erstmessung für Deutschland vor.
- Nutzerzahlen: Die Angaben aus dem Einstieg stammen von Google selbst.
3 Schritte, damit Ihre Inhalte zu den Fragen Ihrer Kunden passen
Wollen Sie weiter Kunden gewinnen? Beginnen Sie bei Ihrer Zielgruppe.
1. Kunden-Steckbrief (Avatar) schreiben
Beschreiben Sie Ihren typischen Kunden. Versetzen Sie sich tief in seine Lage. So sehen Sie, was ihm wichtig ist und auf welche Probleme und Botschaften er reagiert.
2. Problem und Ihre Lösung nebeneinanderstellen
Legen Sie Ihr Produkt und den Steckbrief nebeneinander. Fragen Sie: Welche Probleme hat Ihr Kunde? Und welche Lösung bieten Sie dafür an?
3. Alle Fragen Ihres Kunden aufschreiben
Schreiben Sie eine Liste: Welche Fragen stellt sich Ihr Kunde, und wie sucht er?
Daraus bauen Sie Ihre Inhalte, als Blog auf Ihrer Webseite und in den sozialen Netzwerken. So steigt die Chance, genannt zu werden. Die KI kennt dann mehr Zusammenhänge und kann Ihre Webseite besser empfehlen.
Dazu kommen die bekannten Maßnahmen. Sie bleiben auch heute wichtig: die Recherche nach Suchbegriffen, die Pflege Ihrer Webseite und Verlinkungen von außen.
Beginnen Sie trotzdem bei der Grundlage. Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt. Verbinden Sie seine Probleme mit Ihrer Lösung.
Unsere Tests: KI-Programme nannten Webseiten nach diesen 3 Schritten
In unseren Tests haben mehrere KI-Programme Webseiten genannt, die nach diesen 3 Schritten aufgebaut waren. Darunter ChatGPT, Claude und Gemini.
Das geschah im April 2026, bereits 1 Stunde nach der Liveschaltung. Datenbasis: ein lokaler Anbieter für Videoproduktion. ChatGPT, Gemini und Claude haben ihn alle empfohlen.
Wie wir Unternehmen dabei begleiten, zeigt unsere Seite zur Webseitenanalyse.
